War Büchner Sozialist? (Teil 2)

„Von solchen aktuellen Verfälschungen lassen wir uns Büchner nicht rauben!“

Mit diesem energischen Befund des Zürcher Publizisten Stefan Howald beschließen wir unser zweiteiliges Gespräch über Büchners politischen Ort.

Für Landauer, Tucholsky und Brecht stand außer Frage: Der Revolutionär Büchner wusste lange vor der Dreigroschenoper, dass vor der Moral das Fressen kommt – it’s the economy, stupid! Für Georg Lukács wiederum war er der „plebejische Humanist“, der den Weg zum proletarischen Klassenkampf wies, während Hans Mayer später bilanzierte: „In ihm rangen der radikale gesellschaftliche Realismus und die Ahnung von der tragischen Ohnmacht der menschlichen Tat im historischen Prozess.“

Was bleibt?

Wenn „Sozialist sein“ bedeutet, die ökonomischen Verhältnisse verändern zu wollen, um mit dem Elend auch die Unterdrückung zu beenden – dann: Ja.

Wenn damit ein Parteidogmatiker gemeint ist – dann: Nein. Denn „Büchners Denken war dabei empirisch-analytisch, nicht dogmatisch-parteiideologisch“ (Thomas Michael Mayer).

Erstausstrahlung

24.09.2026 17:00

Wiederholungstermine

  • 23.09.2026 23:00
  • 25.09.2026 10:00
  • 25.09.2026 16:00